Die Flechtenflora im Nordwesten befindet sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, der weiterhin anhält und den wir erst annähernd verstehen. Die zuletzt von Uwe de Bruyn durchgeführte Erfassung der Rindenflechten am Ende der 1990er Jahre entspricht heute oft kaum noch dem, was wir finden können. Aus diesem Grunde bildet die Erfassung der aktuellen Flechtenflora des Gebiets ein wichtiges Anliegen. Hierbei stehen die in der Region besonders wichtigen Lebensräume von Flechten im Zentrum unseres Interesses.
Für diesen Abschnitt „Flora“ haben wir einige typische Arten ausgewählt, um die Dynamik der Veränderungen beispielhaft zu schildern. Neben der Erläuterung häufiger, wie auch seltener Arten wollen wir mit weiteren Themenfeldern einen leichteren Einstieg in die Artenkenntnis ermöglichen. Vorrangig werden wir Arten mit auffälligen Bestandsrückgängen und mit starker Ausbreitungstendenz vorstellen. An dieser Stelle werden wir in unregelmäßigen Abständen auch über Fortschritte bei den Kartierungen berichten.

Hyperphyscia adglutinata und Pseudoschismatomma rufescens haben sich im Nordwesten innerhalb weniger Jahre rasant ausgebreitet. Beide Arten gelten als besonders wärmeliebend.
Nordwesten

Das Untersuchungsgebiet reicht von der niederländisch-deutschen Grenze im Westen bis 8° 50‘ ö.L. im Osten. Dies entspricht etwa der Linie Cuxhaven – Bremen – Sulingen. Im Norden schließt es die Ostfriesischen Inseln und die Wurster Küste ein. Die Südgrenze verläuft entlang der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen.
Nach der Blattschnitteinteilung der Topographischen Karte 1:25.000 umfasst es 674 Quadranten, auf deren Grundlage Verbreitungskarten bearbeitet werden.
Die Darstellung wird fortgesetzt. Die letzte Ergänzung ist am 26.05.2020 erfolgt.