Ziel der Erfassung ist die systematische Aufnahme auffälliger, säureliebender sowie ammoniak- (NH₃-) empfindlicher Flechtenarten nach einer festgelegten Methodik. Darüber hinaus soll eine möglichst flächendeckende Bearbeitung Nordwestdeutschlands erfolgen, um Trends in der Verbreitung vormals sehr häufiger, NH₃-sensibler Arten sichtbar zu machen.

Der Schwerpunkt des Untersuchungsgebiets liegt in der Region nordwestlich von Nienburg zwischen Weser und den Niederlanden und schließt die Ostfriesischen Inseln mit ein. Die Abstände zwischen den einzelnen Fundorten sind dabei nicht vorgegeben.

Zielarten:

  • Eichenmoos (Evernia prunastri)
  • Gewöhnliche Blasenflechte (Hypogymnia physodes)
  • Röhrige Blasenflechte (Hypogymnia tubulosa)
  • Felsen-Schüsselflechte (Parmelia saxatilis)
  • Elchgeweihflechte (Pseudevernia furfuracea)
  • Braungrüne Moosflechte (Tuckermannopsis chlorophylla)
  • Bartflechten (Usnea spec.)

Aktueller Bearbeitungsstand und vorläufige Einschätzung (Januar 2026)

  • Seit 2015 wurden 371 potentielle Standorte von Acidophyten (ältere Eichen, Linden, Eschen, Zaunpfähle etc.) untersucht
  • Andere acidophytische (säuretolerierende) Arten, die vormals bereits durch die hohe SO2-Belastung zurückgegangen sind (z.B. Elchgeweihflechte, Bartflechten), kehren trotz gesunkener SO2- und NO2-Immissionen nicht wieder zurück, sondern verschwinden gänzlich aus diesem Raum.
  • Der Rückgang noch vorhandener Acidophyten findet oftmals sehr kurzfristig statt. Erkennbare Fraßspuren an vitalen Lagern deuten dabei auf eine zunehmende Rolle von Schnecken und anderen Kleintieren hin.
  • Die mit Abstand häufigste Art unter den Acidophyten (ca. 35 % Vorkommen) ist das nur mäßig ammoniakempfindliche Eichenmoos (Evernia prunastri).
  • Andere, gegenüber Ammoniak stärker empfindliche Arten sind nach 1990 stark zurückgegangen. An ihrer Stelle erscheinen heute die überwiegend Nährstoff zeigenden Arten der TOP 10 .
  • Die in den 1980 Jahren noch sehr häufige Blasenflechte (Hypogymnia physodes) erscheint aktuell nur noch vereinzelt im Küstenraum, im Zentrum von Siedlungen, größeren Wäldern und landwirtschaftlich extensiv genutzten Gebieten. Diese sehr ammoniakempfindliche Art ist in vielen ländlichen Räumen großräumig verschwunden oder nur noch geschädigt anzutreffen.
Zielkartierung säureliebender Flechten in Nordwestdeutschland
Der Bestand der Felsen-Schüsselflechte (Parmelia saxatilis) ist wie der weiterer säureliebender Arten in der Region z.T. stark zurückgegangen.
Vorläufige Verbreitungskarte vom Eichenmoos (Evernia prunastri, Stand Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.

Kartenhintergrund: Kartendaten Openstreetmap; © Openstreetmap Mitwirkende

Vorläufige Verbreitungskarte vom Eichenmoos (Evernia prunastri, Stand Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.

Vorläufige Verbreitungskarte für die Blasenflechte (Hypogymnia physodes, Stand: Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.

Kartenhintergrund: Kartendaten Openstreetmap; © Openstreetmap Mitwirkende

Vorläufige Verbreitungskarte für die Blasenflechte (Hypogymnia physodes, Stand: Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.

Vorläufige Verbreitungskarte der Elchgeweihflechte (Pseudevernia furfuracea, Stand: Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.

Kartenhintergrund: Kartendaten Openstreetmap; © Openstreetmap Mitwirkende

Vorläufige Verbreitungskarte der Elchgeweihflechte (Pseudevernia furfuracea, Stand: Januar 2026). Die weißen und schwarzen Kreise stellen die Untersuchungsstandorte dar.