Dem drohenden Gewitter zum Trotz haben wir uns im Oldenburger Botanischen Garten getroffen, um zunächst – für jedermann sichtbar – neben der Grünen Schule eine Expositionstafel mit Flechten zu installieren. Das Bioindikations-Verfahren wird in den nächsten Wochen mit regelmäßig veröffentlichten Fotos über das Ausmaß von Luftverunreinigungen informieren. Anschließend wurden an den Bäumen und Sträuchern epiphytische Flechten kartiert. Unglaublich, was 13 Jahre nach der ersten Untersuchungen von Uwe de Bruyn für Veränderungen stattgefunden haben.

Nachtrag:

Die Auswertung der Kartierungsergebnisse aus dem Botanischen Garten ist jetzt abgeschlossen. Unter 35 festgestellten Arten auf Rinde und bearbeitetem Holz fanden sich 8 Arten, die Uwe de Bruyn in seiner Publikation über den Botanischen Garten Oldenburg im Jahr 2007 noch nicht erwähnt hatte. Es handelt sich um Arten, die in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben, wie z.B. die Gewöhnliche Leuchterflechte (Candelaria concolor) oder die Rotbraune Zeichenflechte (Pseudoschismatomma rufescens). Diese Arten bilden auf den Bäumen nicht nur des Botanischen Gartens unverkennbare Massenbestände und haben sich zweifellos erst in den letzten Jahren angesiedelt. Es sind wärmeliebende Arten, deren Ausbreitung auf die Klimaerwärmung zurückgeht. Im Botanischen Garten kann nunmehr also auch der Klimawandel besichtigt werden.