Auf Einladung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer fand in Sehestedt am Ostrand des Jadebusens der diesjährige GEO-Tag der Natur statt. Die Flechtenkundliche Arbeitsgemeinschaft war mit vier Mitgliedern vertreten. Unsere Untersuchungen beschränkten sich auf den Bereich des schwimmenden Moorkörpers, der durch Heide- und Gehölzflächen sowie einzelne Torfabbruchkanten geprägt ist. Die von Joachim Langerfeldt vor mehr als 80 Jahren noch gefundenen Bodenflechten konnten bis auf wenige Relikte nicht mehr festgestellt werden. Auch zwei acidophytische Rindenflechten, die in der Region noch vorkommen (Evernia prunastri und Hypogymnia physodes), wurden nicht mehr nachgewiesen. Stattdessen wird die Flechtenflora des schwimmenden Moores von den Eutrophierungs- und Wärmezeigern bestimmt, die sich in der Region in den letzten Jahren stark ausgebreitet haben. Spezialisierte Arten dieses besonderen Lebensraums wurden nicht mehr gefunden.